Archiv für den Autor: Astrid

Rutschpartie

Ich bin ein Innenstadt-Bewohner und als solcher kann man sich gar nicht vorstellen wie ein Winter richtig ist. Kalt ist es hier zwar schon, aber bevor es hier im Zentrum so richtig eisig wird ist rundherum schon alles eingeschneit – dachte ich zumindest bis gestern abend:
Ich war im Münchfeld bei einer Freundin und nach ein paar Glühwein so um 10 Uhr wollte ich mich auf den Heimweg machen. Als ich zur Haustür raus ging konnte ich gerade noch zu ihr sagen: „Oh, es regnet ein bisschen…“ rutsch…da lag ich auch schon auf meinem Hintern. Es war spiegelglatt!!! Im Schneckentempo und mit sichernder Hand am Zaun habe ich mich zur Bushaltestelle gehangelt.
Natürlich wähnte ich mich sicher, als wir am Hauptbahnhof ankamen “ wenn´s oben auf dem Berg eisig ist, scheint hier noch die Sonne“. Ich machte einen Schritt aus dem Bus und rutsch…fand ich mich in schon bekannter Stellung wieder. Unglaublich, auch hier war es total glatt!
Um eine Erkenntnis reicher und mit schmerzendem Po bin ich dann doch noch zuahuse angekommen.

Gute Vorsätze

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr!
Habt ihr euch viel vorgenommen für das neue Jahr? Gute Vorsätze sind etwas Wundervolles. Sie beweisen, dass man seinen eigenen Lastern und schlechten Gewohnheiten klar ins Auge sieht und versucht den eigenen Schweinhund zu überwinden.
Vornehmen kann man sich ja viel… und so nimmt man sich alljährlich kurz vor Glockenschlag vor mit dem rauchen, trinken, essen…im neuen Jahr aufzuhören.
Mein Vorsatz für dieses Jahr ist wieder regelmäßig Sport zu machen. Und wenn ich nun Bilanz ziehe ( nach 5 Tagen darf man das doch schon!) muss ich leider sagen, dass meine Turnschuhe noch immer in der Ecke stehen…
aber morgen, für morgen habe ich´s mir fest vorgenommen.

Schneechaos

Die Kerzen sind abgebrannt, die Plätzchenteller sind leer und die besinnlichen Stunden sind vorbei…und was passiert nun?!
Es fängt an zu schneien-und nicht einfach nur ein bisschen, sondern richtig viel…ich schaue morgens aus dem Fenster und traue meinen Augen nicht! Alles weiß!
Und so schön dass ganze auch ist, man darf seine Mitmenschen nicht unterschätzen: Hamsterkäufe bei Aldi, ich sitze bibbernd bei -3 Grad ohne Strom in meiner Wohnung. In der Christuskirche wird die Krippe ab- und Feldbetten aufgebaut, unterwegs werde ich von einem Sommerreifen-bereiften Auto gestreift. Während warme Suppe verteilt wird, räumen andere schon den Frenseher und andere leicht tragbare Wertgegenstände aus meiner und den Nachbarwohnungen, meine Mitbewohnerin steht jetzt schon seit fast 2 Tagen am Frankfurter Kreuz im Stau, mittlerweile ohne Heizung und ohne Benzin…

Alles zum Glück nur ein böser Traum – es hat auch schon wieder aufgehört zu scheien.
Dann kann ich ja endlich zu Aldi gehen um einen kleinen Lebensmittel-Notvorrat anzulegen.

Der natürliche Feind des Joggers

Auf Plätzchen, Glühwein und Spießbraten will man in der Weihnachtszeit natürlich nicht verzichten und der Winterspeck lässt dann nicht lange auf sich warten.
Und um das kleine Fettpölsterchen zu vermeiden, schnappe ich mir meine Sportschuhe und ziehe los. Vorher habe ich mich bei Tchibo mit der nötigen Winterlaufkleidung eingedeckt-jetzt hält mich nichts mehr…außer das schlechte Wetter…ist ja doch zu kalt…und geregnet hat es auch…und außerdem hab ich gerade sowieso keine Zeit…
Aber um mich nicht drücken zu können habe ich mich zum laufen verabredet-da helfen nun auch die besten Ausreden nicht mehr.
8,3 km und 3 Brücken (na ja, wenn man genau zählt 5) liegen vor mir. Schon am Winterhafen bin ich außer Puste- aber nichts anmerken lassen, möglichst entspannt schauen, so wie das alle anderen auch machen, die uns entgegen kommen.
Mir sagte mal jemand: „Der natürliche Feind des Joggers ist der Hund“. Hier sind viele Hunde unterwegs und alle ohne Leine, aber ganz brav sind sie alle (und wenn nicht, dann wollen sie ja nur spielen!!!). Aber der Feind hinterlässt Tretminen, kurz nicht aufgepasst und schon ist´s passiert. Mein Laufpartner wird gerade von einem Prada-Handtaschen großen Wauzi angeknurrt und verfolgt- er hat aber keine Chance, wir sind schneller!
Der letzte Kilometer ist der schlimmste, aber sobald ich auf der Theodor-Heuss-Brücke bin, weiß ich, dass ich es geschafft habe- mein persönlicher Zieleinlauf!
Schnell heim, umziehen und sich den verdienten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt abholen…
Aber eins ist klar, mein persönlicher Feind ist ein anderes Tier: mein innerer Schweinehund.

Märchenhafte Weihnachtszeit

Es war einmal…so fangen alle Märchen an. Ich lehne mich in meinem Stuhl zurück, schließe meine Augen und lausche der Geschichte. Die Vorleserin sitzt in einem roten Ohrensessel unter einer Stehlampe, auf dem Tisch vor mir steht ein Teller Plätzchen und Kerzen leuchten.
Keine 50 m vom turbulenten Weihnachtsmarkt entfernt findet man hier im Vorraum des kleinen Hauses des Mainzer Staattheater eine Oase der Ruhe und Besinnung. Jeden Abend in der Vorweihnachtszeit hält der musikalisch-literarische Adventskalender des Theaters eine Überraschung bereit. Um 18.30 kann man jeden Abend dem Einkaufstress für eine halbe Stunde lang entfliehen und in andere Welten eintauchen.
Das ganze geschieht zu Gunsten von Unicef- kostet keinen Eintritt, aber Spenden sind sehr erwünscht!

Glatteis !

Hätte mir besser ein Kissen in die Hose gesteckt- das gibt auf jeden Fall blaue Flecken am Po. Die kleinen Kinder sausen an mir vorbei und ich klammere mich verzweifelt an die Bande. Die Kufen unter meinen sind einfach zu schnell für mich und als ich mich endlich zaghaft aufs Eis vortaste haut’s mich natürlich sofort auf mein Hinterteil.
Nach weiteren peinlichen Stunts klappt es mich länger auf den Beinen zu halten und einige Runden zu drehen. Und zum ersten Mal habe ich die Zeit mich umzuschauen: das alte Pferdekarussell dreht sich zur Musik im Kreis, der Duft von Glühwein weht über die Eisbahn, Menschen mit bunten Schals und Mützen gleiten an mir vorbei – hier kommt man richtig in Winterstimmung!
Und natürlich ist nach ein paar Pirouetten auch noch ein Gläschen Glühwein drin – den hab ich mir aber auch schwer verdient!
Wer nun auch Lust auf das rutschige Vergnügen bekommen hat (bitte nur mit Po- und Knieschonern oder zuhause noch mal kurz auf den Inline-Skates üben):
Die Eisbahn ist auf dem Ernst-Ludwig-Platz in der Nähe vom Schloss und hat jeden Tag von 10-22 Uhr geöffnet.

Jung, deutsch…im Kino

Wie wissen ja alle, deutsche Filme haben’s schwer im großen Kino! Aber für alle, die Filme made in Germany mögen und für alle die vom Hollywood-Müll die Schnauze voll haben, gibt es diese Woche etwas besonderes in Mainz: das Festival des deutschen Kinos-FILMZ
Von heute bis Sonntag werden im City 1 Kino und im Capitol deutsche Nachwuchsproduktionen gezeigt. Nebenbei kann man Filmemacher, Schauspieler und Regisseure treffen und mehr über die Arbeit hinter den Kulissen oder über die Probleme der Macher zu erfahren.
Info´s gibts auf www.filmz-mainz.de

Neuer Wein

Ein bisschen angeschickert bin ich schon als ich nach hause komme…Ist ja auch kein Wunder! Ich war auf einer Weinprobe der Rivaner-Initiative in der alten Lokhalle in Mombach.
Der Rivaner auch unter dem Namen Müller-Thurgau, aber wer kann sich schon so einen langen Namen nach ein paar Gläschen noch merken!
Habe mir gleich ein leeres Glas geschnappt und bin von Stand zu Stand.
Eigentlich läuft das Weinprobieren ja so: man bekommt ein kleines Schlückchen ins Glas, überprüft die Farbe und wie er perlt und natürlich das Bouquet (der Weinkenner hält das Glas nur am Stiel, damit der Kelch nicht warm wird und schwenkt es, damit der Wein sein ganzes Aroma entfalten kann). Ein kleiner Schluck Wein wird in den Mund genommen, zwischen Zunge und Gaumen gehalten, ein bisschen gegurgelt und dann, der Laie wird erschrecken, ausgespuckt! (Hab ich natürlich nicht gemacht) Aber wie sonst soll ein Probierer alle Weine objektiv testen können, die heute Abend angeboten wurden? Und es waren sehr viele: aus allen rheinland-pfälzischen Weinanbaugebieten waren Winzer vertreten, die ihre „neuen“ Rivaner vorstellten.
Aber ich habe nicht nur tolle Weine getrunken, sondern auch viel dazu gelernt. Am spannendsten finde ich ja die Sache mit den Aromen. Ein Wein schmeckt heute nicht mehr nur nach Wein, sondern hat einen Hauch von Lakritz, das Bouquet erinnert an Aprikosen, Aromen von Maracuja und Mango…und ich als Grobsensoriker schmecke das natürlich auch, aber nur wenn es mir vorher gesagt wird.
Zum Abschuss hat mir sogar die deutschen Weinkönigin die Hand geschüttelt…na dann prost!

Tierischer Flirt !

Ein Stadtleben ist ja doch sehr tierarm. Die einzigen, nicht menschlichen Lebewesen vor meiner Haustür sind Hunde, die von ihrem Herrchen bis zum Grünstreifen zwischen den Straßenbahnschienen ausgeführt werden und dort ihr Häufchen hinterlassen-ein trostloses Leben. Aber es gibt auch Tiere die noch nicht mal ein richtiges Zuhause haben, aber mit viel Glück im Tierheim leben.
Und da war ich heute – auf dem Weihnachtsbasar des Mainzer Tierheim.
Dort war viel los und einige Besucher hatten sogar ihre eigenen Hunde mitgebracht. Für Essen (natürlich nur vegetarisch!) und Getränke war gesorgt.
Als erstes ging ich zu den Hundegehegen. Ein paar Hunde wohnen alleine in Käfigen, aber die meisten teilen ihr „Appartment“ mit einem oder zwei Artgenossen. Zwei „WG´s“ bewohnen sogar ein kleines Gartenhäuschen. Die Hunde kamen immer ganz interessiert zu mir an den Zaun und schauten mich mit großen Augen an (am liebsten hätte ich ihnen gesagt, dass sie auf hören sollen so mitleiderregend zu schauen, weil ich auf meinen 25 qm leider nicht auch noch einen Hunde unterbringen kann).
Bei manchen war ich sehr froh, dass ein Zaun dazwischen war, sonst hätten sie sich wahrscheinlich in meiner Wade festgebissen.
So ein Hund ist ja schon was tolles. Man hat einen Grund mal vor die Tür zu gehen… und ich ahbe auch schon gehört, dass man beim Hund-ausführen plötzlich mit vielen gut aussehenden Single-Männern ins Gespräch kommt- also absoluter Flirt-Vorteil!
Und das beste ist…wer sich keinen eigenen Hund leisten kann-kann sich einen „leihen“!!!
So groß die Gehege auch sind, Hunde brauchen natürlich viel mehr Auslauf…und Tierfreunde, die mit ihnen Gassi gehen.
Und das ist ganz einfach! Man muss nur Mitglied im Tierschutzverein werden ( ist wegen der Versicherung und geht schon ab 25 Euro im Jahr), bekommt dann eine Einweisung und los geht´s…
Und wer dafür keine Zeit hat, kann eine Tierpatenschaft übernehmen ( ist bestimmt auch ein tolles Weihnachtsgeschenk).
Also für alle, die jetzt auch auf den Hund (es gibt dort natürlich noch viele andere Tiere: Katzen, Hamster, Ratten, sogar Schwein) gekommen sind:
Tierheim Mainz, Zwerchallee 13-15, Mainz, www.tierheim-mainz.de
Und ich gehe demnächst mit „meinem“ Hund mal auf den Grünstreifen und lass ihn dort sein Häufchen machen :-))

Endlich Weihnachten !!!

Die Tage werden kürzer, die Abende dunkler… und endlich ist es so weit:
tausende Lichter funkeln auf dem Domplatz, fremde Gerüche steigen in die Nase. Seit Monaten habe ich mich auf diesen Moment gefreut.In Strumpfhosen, Kniestrümpfen und Wollsocken, zwei dicken Pullis, Schal und Handschuhen eingepackt habe ich nun meinen ersten Glühwein für dieses Jahr in der Hand. Meine Zehen sind eisekalt, aber mein Bauch wird warm.
…und plötzlich sinken ganz leise kleine Flocken auf den Boden-es schneit…nun kann es Weihnahten werden!