Archiv für den Monat: Juli 2006

Wohnmobil stand in Flammen

Ein reisefertiges Wohnmobil ist am Wochenende im Stadtteil Gonsenheim in Flammen aufgegangen. Selbst ein daneben stehender Baum fing Feuer. Anwohner berichteten von kleineren Explosionen. Im Nachbarhaus gingen dadurch Scheiben zu bruch. Es wird vermutet, dass der Khlschrank berhitzt war und es dadurch zu dem Feuer kam. Verletzt wurde niemand. Die Familie wollte an diesem Tag mit dem Wohnmobil in den Urlaub. Der Schaden betrgt ca. 20.000 Euro.

Quelle: swr.de

Zug kollidiert mit Traktor

Gestern kam es auf der Bahnstrecke Mainz-Nieder-Olm zu einem Zugunfall. Bei dem Unglck war ein Traktor auf die Gleise gestrzt und dort liegen geblieben. Der herannahende Zug konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Einer der Personenwagen der Bahn war bei dem Zusammenprall entgleist. Bei dem Unfall wurden 17 Fahrgste verletzt, 3 von ihnen schwer. Die Bahnstrecke bleibt voraussichtlich noch bis morgen gesperrt.

Quelle: swr.de

Demo gegen Studiengebühren

Letzten Dienstag hat Wissenschaftsminister Zöllner verkündet, dass Rheinland-Pfalz als so genannte „Notwehrmaßnahme“ Studiengebühren in Höhe von 500-650 Euro für „Nicht-Landeskinder“, das heißt für Menschen, deren Erstwohnsitz sich nicht in Rheinland-Pfalz befindet, einführen wird. Studiengebühren sind ohnehin abzulehnen, weil sie im sozial schon hoch selektiven bundesdeutschen Bildungssystem zusätzlich selektiv wirken. Zudem ist das Konzept nicht durchdacht: Was z.B. ist mit Menschen, die im hessischen Mainzer Stadtteil Kastel leben? Schlußendlich betrifft diese Einführung ALLE Mainzer Studis gleichermaßen, ob „Landeskind“ oder „Nicht-Landeskind“, denn die angekündigten Gebühren werden nur als Türöffner für allgemeine Studiengbühren für alle dienen.
Der AK Protest der Uni Mainz und der AStA rufen deshalb zu einer Demo gegen Studiengebühren auf. Treffpunkt ist am
Donnerstag, den 20. Juli 2006 und 16:00 Uhr am Philosophicum (Welderweg 18, Campus).
Um 14:00 findet eine Vollversammlung der Mainzer Studis statt.
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T’ai Chi und Qi Gong – Das Leben ist Bewegung

Leitung: Mina Hahn
FR, 8. SEP 2006 17.00 – 18.30 Uhr 14 Nachmittage 59,00
T’ai Chi ist eine alte chinesische Meditationsform und Gymnastik in fließenden Bewegungen, die sowohl als Bewegungstherapie als auch als Selbstverteidigungskunst ihre Anwendung findet. In der taoistischen Philosophie wurzelnd, unterstützt T’ai Chi körperliches und seelisches Wohlbefinden und die inner Stabilität. Qi Gong heißt „Arbeit mit der inneren Krakft Qi“. Diese Kraft kreist in unserem Körper und erhält uns am Leben. Ist dieser Fluss gestört, werden wir krank. Im Kurs werden u. a. Übungen zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems gezeigt, außerdem Übungen zur Besserung bei Beschwerden im Rücken und Gelenkverschleiß. Bitte bequeme Kleidung, Gymnastikschuhe oder warme Socken mitbringen.

Mainz Teil Sechz

auf einmal hören wir es über uns knallen. das Johannisfeuerwerk hat begonnen. chopins tauben huschen erschrocken hin und her und chopin nimmt sie unter seine jacke. schweigend betrachten wir das bunte knallspiel. bei den bunten lichtblumen sind die meisten aahhs und ooohhhs zu hören. ich jedoch mag lieber die kleinen silbernen. eine lichtdusche, denke ich mir.
als das spektakel seinen höhepunkt erreicht, bin ich am beobachten der menschen um uns rum. chopin schaut immernoch hoch und das licht spiegelt sich in seinen grün-braunen augen wieder. mir fällt auf, wie schön er ist. das schwarze haar hat er leicht hoch gegelt. ich stelle mir vor, wie er vor dem spiegel steht und seine kottletten richtet. die nase ist etwas länglich, aber wohl geformt. sein kleines rocker-bärtchen schmückt ihn nur noch mehr. und die augen…
in dem moment fängt er meinen blick und ich schaue peinlich errötet wieder zum feuerwerk. ich merke wie er mich mustert. so lange, es kommt mir vor wie eine ewigkeit. ich schaue ihn wieder an und er guckt immernoch. dann holt er einen stift aus seiner jackentasche und schreibt etwas auf den bierdeckel. er schiebt ihn zu mir rüber. sein blick ist ernst. auf dem weißen rand des bierdeckels hat er ein kleines herz gemalt mit einem fragezeichen daneben. ich spüre wie mein herz schneller schlägt. zögernd nehme ich seinen stift und mache aus dem fragezeichen ein ausrufezeichen. wir lächeln uns an.
ENDE

Mainz Teil 5z

chopin schaut mich entsetzt an. „bist du verrückt? du willst nicht das geheimnis des glücks wissen? du könntest für immer glücklich sein!“
ich trink mein bier auf ex aus und schweige einen moment lang. chopin hat immernoch diesen erschrockenen hundeblick, meine augen spiegeln sich in seinen, grün-braun auf grün-braun. ich vertrage nich viel und spüre wie immer erst den alkohol in meinen beinen. es ist angenehm, wie das glück.
„ich brauche das geheimnis nicht zu wissen, das glück kommt, wenn es halt kommt. und wenn es nicht grad bei mir zu besuch ist, dann vielleicht bei meinem nachbar. würde es bei mir einziehen, hätten die anderen menschen nichts davon.“ grün-braune augen schauen mich misstrauisch an.
„das glück ist das geheimnis. es ist unberechenbar und spontan. du chopin, kennst doch das geheimnis. und trotzdem sehe ich traurigkeit in deinen augen.“
chopin schaut weg. ich versuche seinen blick wieder aufzufangen.
„ich kenne aber auch das geheimnis der traurigkeit“ murmelt er in seinen ärmel. ich merke wie die traurigkeit auch bei mir anklopft. ich lasse sie rein, ja, ich bin froh, dass sie zu besuch kommt und dass chopin sie nun nicht ganz alleine umsorgen muss.
„sie geht doch auch wieder, chopin. genauso wie sie, oder das glück kommen, so gehen sie auch wieder.“ chopin klammert sich mit einer hand an sein bierglas und mit der anderen streicht er über das blau-graue gefieder einer taube.
„kennst du das geheimnis der vergänglichkeit?“ frage ich ihn.
neugieriges grün-braun.
„nein“
ich bin erleichtert. „gut so.“

Mainz Teil 4z

ach du scheiße, war die zeit hier schön. hier habe ich nämlich die hälfte meines krankenpflegepraktikums gemacht. eine so erfüllende zeit. hatte eine neue freundin dazugewonnen (M.M.,ich vermisse dich.), menschen geholfen, jemand hat sich in mich verliebt (M.P., es tut mir leid.), beziehungen geknüpft…ach. da war der frühling warm, vor mir stand die Indien reise und winkte. das land, das nach mir ruft, hat mal jemand gesagt.
„ach so ist das“ nickt der junge mann, obwohl ich nichts gesagt habe.
wir schlendern fort zur altstadt, meiner liebsten ecke von mainz. dabei erzählt mir chopin (so heißt der junge mann) von seinem langen leben. 23 ist er jetzt. seine erzählung klingt wie musik in meinen ohren und meine gedanken werden immer klarer.
es ist johannisnacht und kein mensch unterwegs. chopin sieht einen bierstand und fragt mich, ob ich hunger hätte. meinen magen hatte ich total vergessen, er mich aber nicht. mein magen bestellt also ein abendessen und chopin 2 Bier für unsere seelen. wir sitzen auf einer bank am leichhof mit blick auf die nachts so dramatische kirche und essen unser bier. „weißt du chopin“, fange ich an, „ich glaube, ich bin glücklich.“ er schmunzelt:“wegen dem bier?“ „nein. ich bin so glücklich hier mit dir zu sitzen, einfach so. ich könnte heulen vor glück.“ chopin wird ernst. „ich kenne ein geheimnis des glücks. das hat mir die traurigkeit erzählt. sie hat nämlich das glück belauscht, als es sich mit dem pech unterhielt. willst dus wissen?“
„nein, chopin.“

Mainz, Teil 3z

Im Folxparc ist es ziemlich laut und riecht nach gegrilltem Gemüse. es wird abend, und somit allmählich hell. ich setzte mich auf eine bank und beobachte die traurigen kinder, die auf dem parcplatz die rutsche hoch rutschen. ich verspüre einen funken neid und vergesse meine glückliche kindheit.
john jackson trällert „taylor“ in meine ohren, aber ich hör’weg und singe mit. ein junger mann, der von tauben gefüttert wird, setzt sich neben mich auf die halbleere bank. knabenhaft spielt er mit seinen schnürsenkeln. „hallo“, sage ich. ach du scheiße. habe ich das „hallo“ eben gesungen? der junge mann blickt mich mit seinen grün-braunen augen an und meint nur: „wir haben dieselbe augenfarbe“. ich nicke. wackeldackel. „lust auf einen latschgang?“ ich nicke.
wir spazieren, er mit seinen tauben und ich mit iPod, an dem dorfpark und dem dornengarten vorbei zum südseebahnhof. wir reden kein wort, bis ich am aua-zentrum stehen bliebe.“hast du schmerzen?“fragt mich der unbekannte.“ja. novalgin hilft da aber nicht.“ er holt eine flasche wein aus seiner westentasche hervor und hält sie mir entgegen:“seelenschmerz?“. ich lehne dankend ab.

Mainz teil Zweiz

ich entscheide mich noch zweimal um und gehe richtung sommerhafen. kein fleckchen grün ist dort zu finden, alles nur hellgrün. mir fällt ein kleiner baum auf. ach du scheiße, fällt mir ein. da hab ich doch letztens nicht gegessen.
ihn neben mich ich setzte also. was ist die pointe? ach du scheiße, das ist doch meine selbstgedrehte kippe, die hier rumliegt. ich hebe sie auf, hol mein feurzeug raus und mache sie aus. so hock ich da und rede mit den delphinen im rhein. dabei höre ich John Jackson. es ist furchtbar kalt und so mache ich mich gänsehäutig auf den weg zur favorite, meinem lieblingsplatz. hier hatte ich an meinem 16. Geburtstag einen Fahrradunfall, deswegen hasse ich diese Stelle. Ich überlege, ob ich über die Brücke gehen soll, denke aber nicht darüber nach und latsche barfuß zum folxparc.

Mainz Teil Einz

Ach du scheiße, denk ich mir. wird der eisverkäufer heute noch seine schweinshaxe loswerden? aus der dönerbude schallt russische musik und jemand schreit ganz laut: ich hab kein aua! ich gehe also weiter richtung rhein am sockengeschäft vorbei (heute haben se BHs im angebot) und wunder mich über das schwein an der leine. ach du scheiße, grunzt es wieder in meinem kopf. ein starker geruch von knoblauch-parfüm fliegt mir in die nase und eine kleine Frau, die vor mir läuft fängt an zu kotzen. ich bleibe als einzige stehen und biete ihr meine leeres päckchen taschentücher an. sie sagt „bitte“ und isst es. nun ist es nicht mehr weit bis zum rhein. an der billigen bar „citrus“ stolper ich und schlage mir den rucksack auf, der mir dann höllisch weh tut. eine weiße katze überquert die bank und hinterlässt dort ihre pferdeäppel. ach du scheiße.