Verfasst von interrupted - Kategorie: Allgemeines und Sonstiges
ach du scheiße, war die zeit hier schön. hier habe ich nämlich die hälfte meines krankenpflegepraktikums gemacht. eine so erfüllende zeit. hatte eine neue freundin dazugewonnen (M.M.,ich vermisse dich.), menschen geholfen, jemand hat sich in mich verliebt (M.P., es tut mir leid.), beziehungen geknüpft…ach. da war der frühling warm, vor mir stand die Indien reise und winkte. das land, das nach mir ruft, hat mal jemand gesagt.
“ach so ist das” nickt der junge mann, obwohl ich nichts gesagt habe.
wir schlendern fort zur altstadt, meiner liebsten ecke von mainz. dabei erzählt mir chopin (so heißt der junge mann) von seinem langen leben. 23 ist er jetzt. seine erzählung klingt wie musik in meinen ohren und meine gedanken werden immer klarer.
es ist johannisnacht und kein mensch unterwegs. chopin sieht einen bierstand und fragt mich, ob ich hunger hätte. meinen magen hatte ich total vergessen, er mich aber nicht. mein magen bestellt also ein abendessen und chopin 2 Bier für unsere seelen. wir sitzen auf einer bank am leichhof mit blick auf die nachts so dramatische kirche und essen unser bier. “weißt du chopin”, fange ich an, “ich glaube, ich bin glücklich.” er schmunzelt:”wegen dem bier?” “nein. ich bin so glücklich hier mit dir zu sitzen, einfach so. ich könnte heulen vor glück.” chopin wird ernst. “ich kenne ein geheimnis des glücks. das hat mir die traurigkeit erzählt. sie hat nämlich das glück belauscht, als es sich mit dem pech unterhielt. willst dus wissen?”
“nein, chopin.”
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