chopin schaut mich entsetzt an. “bist du verrückt? du willst nicht das geheimnis des glücks wissen? du könntest für immer glücklich sein!”
ich trink mein bier auf ex aus und schweige einen moment lang. chopin hat immernoch diesen erschrockenen hundeblick, meine augen spiegeln sich in seinen, grün-braun auf grün-braun. ich vertrage nich viel und spüre wie immer erst den alkohol in meinen beinen. es ist angenehm, wie das glück.
“ich brauche das geheimnis nicht zu wissen, das glück kommt, wenn es halt kommt. und wenn es nicht grad bei mir zu besuch ist, dann vielleicht bei meinem nachbar. würde es bei mir einziehen, hätten die anderen menschen nichts davon.” grün-braune augen schauen mich misstrauisch an.
“das glück ist das geheimnis. es ist unberechenbar und spontan. du chopin, kennst doch das geheimnis. und trotzdem sehe ich traurigkeit in deinen augen.”
chopin schaut weg. ich versuche seinen blick wieder aufzufangen.
“ich kenne aber auch das geheimnis der traurigkeit” murmelt er in seinen ärmel. ich merke wie die traurigkeit auch bei mir anklopft. ich lasse sie rein, ja, ich bin froh, dass sie zu besuch kommt und dass chopin sie nun nicht ganz alleine umsorgen muss.
“sie geht doch auch wieder, chopin. genauso wie sie, oder das glück kommen, so gehen sie auch wieder.” chopin klammert sich mit einer hand an sein bierglas und mit der anderen streicht er über das blau-graue gefieder einer taube.
“kennst du das geheimnis der vergänglichkeit?” frage ich ihn.
neugieriges grün-braun.
“nein”
ich bin erleichtert. “gut so.”
Dieser Eintrag wurde verfasst am Montag, 17. Juli 2006 um 01:06 und in der Kategorie Allgemeines und Sonstiges abgelegt. Antworten auf diesen Beitrag kannst du mit dem RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst außerdem einen Kommentar abgeben oder einen Trackback von deinem Blog senden.



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